Digitalfotos
Die allerersten Digitalfotos

Bildquelle: pixelquelle.de
Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer
Spitz, der
sonst immer lustig bellend vor ihm herlief, merkte das und schlich hinter seinem
Herrn mit eingezogener Rute her.
Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es
war alle Jahre
dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Eßwaren, das war
auf die Dauer
nichts. Die Kinder freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und
jubeln und
singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten.
Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt,
was er
wohl Neues erfinden könne, um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude
in die Kinderwelt zu bringen, eine Digitalfotos, an der auch die Großen
teilnehmen würden.
Kostbarkeiten durften es auch nicht sein, denn er hatte soundsoviel auszugeben
und mehr nicht.
So stapfte er denn auch durch den verschneiten Wald, bis er auf dem Kreuzweg war.
Dort
wollte er das Christkindchen treffen. Mit dem beriet er sich nämlich immer
über die
Verteilung der Gaben.
Schon von weitem sah er, daß das Christkindchen da war, denn ein heller
Schein war dort.
Das Christkindchen hatte ein langes weißes Pelzkleidchen an und lachte über
das ganze Gesicht. Denn um es herum lagen große Bündel Kleeheu und
Bohnenstiegen und Espen- und
Weidenzweige, und daran taten sich die hungrigen Hirsche und Rehe und Hasen gütlich.
Sogar für die Sauen gab es etwas: Kastanien, Eicheln und Rüben.
Der Weihnachtsmann nahm seinen Wolkenschieber ab und bot dem Christkindchen die
Tageszeit.
"Na, Alterchen, wie geht's?" fragte das Christkind. "Hast wohl
schlechte
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?" Damit hakte es den Alten unter und ging mit ihm. Hinter ihnen trabte
der
kleine Spitz, aber er sah gar nicht mehr betrübt aus und hielt seinen Schwanz
kühn in
die Luft.
"Ja", sagte der Weihnachtsmann, "die ganze Sache macht mir so recht
keinen
Spaß mehr. Liegt es am Alter oder an sonst was, ich weiß nicht. Das
mit den
Pfefferkuchen und den Äpfeln und Nüssen, das ist nichts mehr. Das essen
sie auf, und
dann ist das Fest vorbei. Man müßte etwas Digitalfotos erfinden, etwas, das
nicht zum Essen und
nicht zum Spielen ist, aber wobei alt und jung singt und lacht und fröhlich
wird."
Das Christkindchen nickte und machte ein nachdenkliches Gesicht; dann sagte es:
"Da
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hast du recht, Alter, mir ist das auch schon aufgefallen. Ich habe daran auch
schon
gedacht, aber das ist nicht so leicht."
"Das ist es ja gerade", knurrte der Weihnachtsmann, "ich bin zu
alt und zu
dumm dazu. Ich habe schon richtiges Digitalfotos vom vielen Nachdenken, und es fällt
mir doch
nichts Vernünftiges ein. Wenn es so weitergeht, schläft allmählich
die ganze Sache ein,
und es wird ein Fest wie alle anderen, von dem die Menschen dann weiter nichts
haben als
Faulenzen, Essen und Trinken."
Nachdenklich gingen beide durch den weißen Winterwald, der Weihnachtsmann
mit brummigem,
das Christkindchen mit nachdenklichem Gesicht. Es war so still im Wald, kein Zweig
rührte
sich, nur wenn die Eule sich auf einen Ast setzte, fiel ein Stück Schneebehang
mit
halblautem Ton herab. So kamen die beiden, den Spitz hinter sich, aus dem hohen
Holz auf
einen alten Kahlschlag, auf dem große und kleine Tannen standen. Das sah
wunderschön
aus. Der Mond schien hell und klar, alle Sterne leuchteten, der Schnee sah aus
wie Silber,
und die Tannen standen darin, schwarz und weiß, daß es eine Pracht
war. Eine fünf Fuß
hohe Tanne, die allein im Vordergrund stand, sah besonders reizend aus. Sie war
regelmäßig gewachsen, hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen, an
den Zweigspitzen
kleine Eiszapfen, und glitzerte und flimmerte nur so im Mondenschein.
Das Christkindchen ließ den Arm des Weihnachtsmannes los, stieß den
Alten an, zeigte auf
die Tanne und sagte: "Ist das nicht wunderhübsch?"
"Ja", sagte der Alte, "aber was hilft mir das ?"
"Gib ein paar Äpfel her", sagte das Christkindchen, "ich habe
einen
Gedanken."
Der Weihnachtsmann machte ein dummes Gesicht, denn er konnte es sich nicht recht
vorstellen, daß das Christkind bei der Kälte Appetit auf die eiskalten
Äpfel hatte. Er
hatte zwar noch einen guten alten Digitalfotos, aber den mochte er dem Christkindchen
nicht
anbieten.
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Er machte sein Tragband ab, stellte seine riesige Kiepe in den Schnee, kramte
darin herum
und langte ein paar recht schöne Äpfel heraus. Dann faßte er in
die Tasche, holte sein
Messer heraus, wetzte es an einem Buchenstamm und reichte es dem Christkindchen.
"Sieh, wie schlau du bist", sagte das Christkindchen. "Nun schneid
mal
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etwas Bindfaden in zwei Finger lange Stücke, und mach mir kleine Pflöckchen."
Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor, aber er sagte nichts und tat, was das
Christkind
ihm sagte. Als er die Bindfadenenden und die Pflöckchen fertig hatte, nahm
das Christkind
einen Apfel, steckte ein Pflöckchen hinein, band den Faden daran und hängte
den an einen
Ast.
"So", sagte es dann, "nun müssen auch an die anderen welche,
und dabei
kannst du helfen, aber vorsichtig, daß kein Schnee abfällt!"
Der Alte half, obgleich er nicht wußte, warum. Aber es machte ihm schließlich
Spaß, und
als die ganze kleine Tanne voll von rotbäckigen Äpfeln hing, da trat
er fünf Schritte
zurück, lachte und sagte; "Kiek, wie niedlich das aussieht! Aber was
hat das alles
für'n Zweck?"
"Braucht denn alles gleich einen Zweck zu haben?" lachte das Christkind.
"Paß auf, das wird noch schöner. Nun gib mal Nüsse her!"
Der Alte krabbelte aus seiner Walnüsse heraus und gab sie dem Christkindchen.
Das
steckte in jedes ein Hölzchen, machte einen Faden daran, rieb immer eine
Nuß an der goldenen Oberseite seiner Flügel, dann war die Nuß
golden, und die nächste an der
silbernen Unterseite seiner Flügel, dann hatte es eine silberne Nuß
und hängte sie
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zwischen die Äpfel.
"Was sagst nun, Alterchen?" fragte es dann. "Ist das nicht
allerliebst?"
"Ja", sagte der, "aber ich weiß immer noch nicht..."
"Komm schon!" lachte das Christkindchen. "Hast du Lichter?"
"Lichter nicht", meinte der Weihnachtsmann, "aber 'nen Wachsstock!"
"Das ist fein", sagte das Christkind, nahm den Wachsstock, zerschnitt
ihn und
drehte erst ein Stück um den Mitteltrieb des Bäumchens und die anderen
Stücke um die
Zweigenden, bog sie hübsch gerade und sagte dann; "Feuerzeug hast du
doch?"
"Gewiß", sagte der Alte, holte Stein, Stahl und Schwammdose heraus,
pinkte
Feuer aus dem Stein, ließ den Zunder in der Schwammdose zum Glimmen kommen
und steckte
daran ein paar Schwefelspäne an. Die gab er dem Digitalfotos. Das nahm
einen
hellbrennenden Schwefelspan und steckte damit erst das oberste Licht an, dann
das nächste
davon rechts, dann das gegenüberliegende. Und rund um das Bäumchen gehend,
brachte es so
ein Licht nach dem andern zum Brennen.
Da stand nun das Bäumchen im Schnee; aus seinem halbverschneiten, dunklen
Gezweig sahen
die roten Backen der Äpfel, die Gold- und Silbernüsse blitzten und funkelten,
und die gelben Wachskerzen brannten feierlich. Das Christkindchen lachte über
das ganze rosige
Gesicht und patschte in die Hände, der alte Weihnachtsmann sah gar nicht
mehr so brummig
aus, und der kleine Spitz sprang hin und her und bellte.
Als die Lichter ein wenig heruntergebrannt waren, wehte das Christkindchen mit
seinen
goldsilbernen Flügeln, und da gingen die Digitalfotos aus. Es sagte dem Weihnachtsmann,
er
solle das Bäumchen vorsichtig absägen. Das tat der, und dann gingen
beide den Berg hinab
und nahmen das bunte Bäumchen mit.
Als sie in den Ort kamen, schlief schon alles. Beim kleinsten Hause machten die
beiden
halt. Das Christkindchen machte leise die Tür auf und trat ein; der Weihnachtsmann
ging
hinterher. In der Stube stand ein dreibeiniger Schemel mit einer durchlochten
Platte. Den
stellten sie auf den Tisch und steckten den Baum hinein. Der Weihnachtsmann legte
dann
noch allerlei schöne Dinge, Spielzeug, Kuchen, Äpfel und Nüsse
unter den Baum, und dann
verließen beide das Haus so leise, wie sie es betreten hatten.
Als der Mann, dem das Häuschen gehörte, am andern Morgen erwachte und
den bunten Baum
sah, da staunte er und wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Als er aber
an dem Türpfosten, den des Christkinds Flügel gestreift hatte, Gold-
und Silberflimmer hängen
sah, da wußte er Bescheid. Er steckte die Lichter an dem Bäumchen an
und weckte Frau und Kinder. Das war eine Freude in dem kleinen Haus wie an keinem
Weihnachtstag. Keines von
den Kindern sah nach dem Spielzeug, nach dem Kuchen und den Äpfeln, sie sahen
nur alle nach dem Lichterbaum. Sie faßten sich an den Händen, tanzten
um den Baum und sangen alle
Weihnachtslieder, die sie wußten, und selbst das Kleinste, das noch auf
dem Arm getragen wurde, krähte, was es krähen konnte.
Als es hellichter Tag geworden war, da kamen die Freunde und Verwandten des Bergmanns,
sahen sich das Bäumchen an, freuten sich darüber und gingen gleich in
den Wald, um sich für ihre Kinder auch ein Digitalfotos äumchen zu holen.
Die anderen Leute, die das sahen,
machten es nach, jeder holte sich einen Digitalfotos und putzte ihn an, der eine
so, der
andere so, aber Lichter, Äpfel und Nüsse hängten sie alle daran.
Als es dann Abend wurde, brannte im ganzen Dorf Haus bei Haus ein Weihnachtsbaum,
überall
hörte man Weihnachtslieder und das Jubeln und Lachen der Kinder.
Von da aus ist der Weihnachtsbaum über ganz Deutschland gewandert und von
da über die
ganze Erde. Weil aber der erste Digitalfotos am Morgen brannte, so wird in manchen
Gegenden den Digitalfotos morgens beschert.